Coburg-Familienfriedhof Simon

Aus JF-Franken
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Jüdischer Friedhof Simon
Coburg, Familienfriedhof Simon (Aufnahme: Wolfgang Hegel, 08/2025)
Ist-Zustand
Bundesland Bayern
Regierungsbezirk Oberfranken
Landkreis Coburg
Kommune Coburg
Lage An der Rodacher Straße, Ecke Spittelleite

Lat: 50.27322603108278

Long: 10.961924877627144

Fläche unklar

Deutliche Verkleinerung des Areals seit der Anlage des Friedhofs

Zustand Gepflegt (2025)
Grabsteine vorhanden 6 (2025)
Schändung ja, unklar wann und wie oft
Adresse Coburg, Rodacher Straße/Spittelleite
Anfahrt Coburg, Rodacher Straße/Spittelleite
In Besitz von Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern
Gepflegt durch Stadt Coburg
Historische Grunddaten
Eingerichtet -
Belegt seit 1847
Belegt bis 1902
Belegt bis (Details) Ferdinand Simon, gest. 17.1.1902
Belegt durch Ausschließlich Mitglieder der Familie Simon
Ältester lesbarer Stein Joseph Simon, gest. 1851
Jüngster lesbarer Stein Martha Oblat, geb. Simon, gest. 1898
Friedhofspläne
Historischer Lageplan des Familienfriedhofs Simon nach Belegung, erstellt 1924; Anlagen zum Sterberegister der Israelitischen Kultusgemeinde Coburg.
Lageplan des Familienfriedhofs Simon des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege (02/2025)

Coburg wurde 1056 erstmals urkundlich erwähnt. Die Stadt mit ihren 41.000 Einwohnerinnen und Einwohnern liegt im Norden des Bundeslandes Bayern an der Grenze zu Thüringen. Die kreisfreie Stadt befindet sich im Regierungsbezirk Oberfranken.

Jüdischer Friedhof Coburg: Familienfriedhof Simon

Neben dem Jüdischen Friedhof Coburg Am Glockenberg gibt es in Coburg einen zweiten jüdischen Begräbnisort – den Familienfriedhof Simon. Der Familienfriedhof Simon ist der einzige jüdische Privatfriedhof in Franken.

Es gibt mehrere Namensvarianten für diesen Begräbnisort. Das MediaWiki verwendet die Bezeichnung „Familienfriedhof Simon“, da er in den Quellen mehrheitlich so bezeichnet wird. Andernorts (beispielsweise bei Alemannia Judaica, Wikipedia oder Google Maps) wird er „Simonscher Friedhof“ genannt.

Der jüdische Friedhof liegt ca. 2km nördlich vom Stadtzentrum Coburgs (Marktplatz). Er wurde von 1847 bis 1902 ausschließlich von Mitgliedern der Familie Simon belegt. Der älteste lesbare Stein erinnert an den 1851 verstorbenen Joseph Simon. Der jüngste lesbare Stein wurde für die 1898 verstorbene Martha Oblat, geborene Simon, gesetzt.

Im Belegungszeitraum sind 17 Verstorbene auf dem Friedhof bestattet worden. Der Familienfriedhof Simon ist stark verändert und geschändet worden. Neun Grabsteine sind nicht erhalten, bei zwei weiteren sind nur noch steinerne Strukturen im Boden sichtbar.

Lediglich sechs der ursprünglich 17 Grabsteine stehen heute noch auf dem Friedhofsgelände. Unter Einbeziehung eines historischen Lageplans, weiteren Quellen und genealogischen Forschungen konnte herausgefunden werden, dass wiederum nur die Hälfte der sechs erhaltenen Grabsteine an ihrem Ursprungsort auf dem Gelände steht.

Die Lesbarkeit der Grabsteine variiert mit deren Alter und Verwitterungsgrad, aber auch mit ihrem Material. Wie in Oberfranken üblich, wurde bis ins 20. Jahrhundert vor allem der regional verfügbare Sandstein für die Grabsteine verwendet. Nur zwei der Grabsteine sind kaum lesbar, die übrigen gut oder teilweise. Zwei Grabsteine tragen eine hebräische und deutsche Inschrift (cosi-08 und cosi-09). Die Lesbarkeit des hebräischen Schriftteils ist besser als die des deutschen. Die übrigen vier Steine haben lediglich einen deutschen Text. Eine dieser deutschen Inschriften ist nur teilweise lesbar, die anderen drei deutschen Inschriften gut.


Gaby Schuller hat sich besonders für die Sichtbarmachung, Erforschung und Betreuung des Friedhofs verdient gemacht. Für ihre stringente ehrenamtliche Arbeit seit vielen Jahren gilt ihr herzlicher Dank.

Quellen und Literatur

Hilfreich für die Dokumentation ist die Einbindung von historischen Quellen. Für die Dokumentation des Familienfriedhofs Simon wurde von Gaby Schuller ein Register erstellt, das hier einsehbar ist.

Die folgende Literatur und Quellen wurden herangezogen:

  • Dokumentation des Friedhofs Familie Simon im MediaWiki für das Projekt Jüdische Friedhöfe in Franken.
  • Gury Schneider-Ludorff (Hg.), Mehr als Steine . . . Synagogen-Gedenkband Bayern. Band I: Oberfranken, Oberpfalz, Niederbayern, Oberbayern, Schwaben, 2007, S. 118-128.
  • Alemannia Judaica, Coburg. Jüdischer Friedhof. (zuletzt eingesehen am 09.02.2026).
  • Hubert Fromm, Die Coburger Juden, 2012, S. 351-352.
  • Peter Morsbach u. Otto Titz, Denkmäler in Bayern – Stadt Coburg, 2006, S. 301.

Anmerkungen zur folgenden Tabelle

Die Nummerierung der Tabelle (Spalte 1 "Grabstein-Nummer (Hist. Lageplan)", bzw. die Nummern "cosi-xx") beruht auf dem historischen Lageplan des Familienfriedhofs Simon und der zugehörigen Belegungsliste. Der Plan und die Liste entstanden 1924, fast 20 Jahre nach der letzten Beerdigung. In wie weit die Angaben der tatsächlichen Lage der Gräber entsprechen, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden.

Der Friedhof wurde außerdem vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege vermessen und die vorhanden Steine mit Nummern versehen. Diese werden in Spalte 2 der Tabelle („LfD-Nummer“ bzw. die Nummern "cb2-xxxx") der im Wiki hauptsächlich verwendeten Nummerierung zugeordnet. Es lässt sich feststellen, dass in der untenstehenden Tabelle zehn Grabstellen keine vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege vergebenen Nummern haben. Dies betrifft die Grabstellen cosi-7, cosi-8, cosi-9, cosi-10, cosi-11, cosi-13, cosi-15, cosi-16 und cosi-17, von denen keine Grabsteine oder Fundamente erhalten sind, und das mutmaßliche Fundament cosi-03, das erst nach der Vermessung durch das Landesamt gefunden wurde.

Drei der erhaltenen Steine stehen nicht an ihrem ursprünglichen Platz: Stein cosi-04 steht heute an der Stelle, an der ursprünglich der nicht erhaltene Stein cosi-09 stand und Stein cosi-06 steht an der vormaligen Stelle vom nicht erhaltenen Stein cosi-08. Darüber hinaus steht Stein cosi-14 heute gänzlich abseits der ursprünglichen Reihenformation und außerhalb des heute umzäunten Areals. Die jeweiligen ursprünglichen Standorte sind leer.

Die heutige Aufstellung der Grabsteine orientiert sich weitestgehend an der Straßensituation 2025. Der historische Plan deutet an, dass dies auch schon früher der Fall war, aber da der Friedhof verändert und geschändet wurde und die Hälfte der erhaltenen Steine nicht an ihrem ursprünglichen Platz stehen, kann dies nicht mit Sicherheit belegt werden. Bei der Friedhofsdokumentation wurde daher bei der Angabe „Vorderseite“ bzw. „Rückseite“ jeweils „Ansicht von der Spittelleite“ ergänzt.

Grabsteine