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== Grabsteine ==
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Aktuelle Version vom 26. November 2025, 07:28 Uhr

Jüdischer Friedhof Aufseß
Friedhof Aufseß (Aufnahme: Ronja Meurer, 07/2022)
Ist-Zustand
Bundesland Bayern
Regierungsbezirk Oberfranken
Landkreis Bayreuth
Kommune Hollfeld
Lage ca. 1km nordwestlich vom Ortskern Aufseß

Lat: 49.885485697446214

Long: 11.217036759957121

Fläche 1200m²
Zustand Gepflegt (2025)
Grabsteine vorhanden 148 (2025)
Schändung 1937
Adresse Flurstück "Föhrenteich" (Nr. 386)
Anfahrt Erreichbar über Straßen "Obere Brücke" und "Brunner Weg"
In Besitz von Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinde in Bayern
Gepflegt durch Gemeinde Aufseß
Historische Grunddaten
Eingerichtet 1722
Belegt seit -
Belegt bis 1937
Belegt bis (Details) Mosche Moses Günther
Belegt durch Aufseß, Hollfeld, Bayreuth (bis 1786), Heiligenstadt (ab 1902)
Ältester lesbarer Stein Jehuda, Sohn des Tzwi, gest. 1744
Jüngster lesbarer Stein Mosche Moses Günther, gest. 1937
Friedhofsplan
Plan des Friedhofs in Aufseß (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Stand: 2023)

Mitten in der fränkischen Schweiz, am kleinen Flüsschen Aufseß („auf dem Felsen sitzen“), liegt die Gemeinde Aufseß mit ihren rund 1500 Einwohnerinnen und Einwohnern. Aufseß wurde bereits 1114 urkundlich erwähnt und besteht heute aus zehn Ortsteilen. Die Gemeinde ist Teil des Landkreises Bayreuth in Oberfranken und untersteht seit 1978 der Verwaltungsgemeinde Hollfeld.

Jüdischer Friedhof Aufseß

Der jüdische Friedhof liegt außerhalb der Ortschaft Aufseß ca. 1km entfernt vom Ortskern. Er wurde 1722 begründet. Die letzte Person (Moses Günther) wurde im Jahr 1937 beigesetzt, im gleichen Jahr wurde der Friedhof geschändet. Heute sind 148 Grabsteine erhalten, von denen der älteste lesbare Stein aus dem Jahr 1744 stammt.

Alle Gräber sind, wie in der jüdischen Tradition üblich, geostet und damit nach Jerusalem ausgerichtet. Die ältesten Grabsteine befinden sich im Nordosten der 1200 m² großen Anlage, die jüngsten im Südosten direkt gegenüber dem Eingang. Mehrheitlich wurde in Einzelgräbern bestattet, drei Gräber konnten mit Hilfe der Inschriften als Doppelgräber identifiziert werden.

Das Einzugsgebiet umfasste neben Aufseß auch die Gemeinden Hollfeld, bis 1786 Bayreuth und ab 1902 Heiligenstadt.

In Aufseß sind vor allem die Vorderseiten mit Inschriften versehen. Auf der Rückseite der Grabsteine sind nur in zwei Fällen Inschriften zu finden. Aus diesem Grund wurde bei der fotografischen Dokumentation – bis auf Ausnahme der beschrifteten Rückseiten – auf Fotografien der Rückseite verzichtet. Rund ein Drittel der Gräber (44 Stück) ist mit deutschen Inschriften versehen, das Hebräische überwiegt.

Die Lesbarkeit der Grabsteine variiert mit deren Alter und Verwitterungsgrad, aber auch mit ihrem Material. Wie in Oberfranken üblich, wurde bis ins 20. Jahrhundert vor allem das regional verfügbare Steinmaterial für die Grabsteine verwendet. Bei den älteren Steinen vor allem Dolomit, später auch Sandstein oder Kalksandstein. Heute sind 123 Grabsteine vollständig oder nahezu vollständig lesbar.


Verdient gemacht für die Sichtbarmachung, Erforschung und Betreuung des Friedhofs haben sich die Lokalhistoriker Dietmar Stadter und Peter Friedmann. Für ihre unermüdliche ehrenamtliche Arbeit seit vielen Jahren gilt ihnen herzlicher Dank.

Quellen und Literatur

Hilfreich für die Dokumentation ist die Einbindung von historischen Quellen. Für die Dokumentation des Jüdischen Friedhofs Aufseß wurden von Judith Wolferstetter mehrere historische Quellen und Dokumentationen in ein Register überführt.

Des weiteren wurden die folgende Literatur und weitere Quellen herangezogen:

  • Dokumentation des Friedhofs Aufseß im MediaWiki für das Projekt Jüdische Friedhöfe in Franken.
  • Dokumentation zur jüdischen Geschichte in Aufseß und des Friedhofs erstellt von Dietmar Stadter und Peter Friedmann.
  • Alemannia Judaica, Aufseß (Kreis Bayreuth). Jüdischer Friedhof. (zuletzt eingesehen am 01.09.2025)
  • Klaus Guth, Jüdische Landgemeinden in Oberfranken (1800-1942). Ein historisch-topographisches Handbuch, 1988, S. 92-103.
  • Gury Schneider-Ludorff (Hg.), Mehr als Steine . . . Synagogen-Gedenkband Bayern. Band I: Oberfranken, Oberpfalz, Niederbayern, Oberbayern, Schwaben, 2007, S. 66-71.

Anmerkungen zur folgenden Tabelle

Die Nummerierung der Tabelle (Spalte 1 LfD-Nummer, bzw. die Nummern "afs-xxx") entspricht der Nummerierung wie sie vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, Stand 2023, bei der Vermessung des Friedhofs für alle vorhandenen Steine und Steinreste vergeben wurde, jedoch jeweils um eine Null auf eine dreistellige Zahl gekürzt (Siehe Plan).

Für Aufseß ist kein historischer Belegungsplan überliefert und auch die Steine weisen keine Nummerierung auf. Im Laufe der Bearbeitung des Friedhofs und vor der Vermessung durch das Landesamt gab es andere Zählweisen, diese wurden im Wiki nicht berücksichtigt. In der Datei PDF Friedmann/Stadter von Dietmar Stadter und Peter Friedmann wird deren ursprünglich verwendete Reihenzählung mit der Nummerierung des Landesamtes zusammengeführt.

Grabsteine